Die "stillen Helferinnen und Helfer"
Sie stehen oft nur in der 2. oder 3. Reihe eines Vereins oder gehören ihm nur als „einfache“ Mitglieder an, sind aber für das Gelingen so mancher Aufgabe unverzichtbar: „Die stillen Helferinnen und Helfer“. Natürlich gibt es solche Frauen und Männer auch in der Freiwilligen Feuerwehr Übernthal. Ihnen gilt diese Serie. In unregelmäßigen Abständen werden wir sie vorstellen, ihre Funktion und Aufgabe.
Der Kassenwart: Thorsten Holighaus
Thorsten übergibt die Kasse bei der 75-JahrfeierVerfolgt man die heimische Presse, so fällt auf, dass immer mehr Vereine Probleme haben, geeignete Mitglieder für ihre Vereinsvorstände zu finden. Besonders schwierig wird es zumeist dann, wenn es um den 1. Vorsitzenden oder auch den Kassenwart geht. Warum ist das so?
Vermutlich hängt es bei beiden Vereinsposten mit den Anforderungen und dem Zeitaufwand zusammen, den man als Vorsitzender oder Kassenwart erbringen muss.
In diesem Artikel soll nun der Kassenwart der Freiwilligen Feuerwehr Übernthal im Mittelpunkt stehen, Torsten Holighaus, der die Kasse der Übernthaler Feuerwehr (einschließlich der Jugendfeuerwehr) nun schon seit dem Jahre 2008 gewissenhaft verwaltet.
Auch Torsten Holighaus hat sich, bevor er sich zur Wahl stellte, seine Gedanken gemacht, ob es für ihn das Richtige sei. Wie er heute sagt, habe er sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und weiß eigentlich auch erst heute richtig, welche Arbeit er sich damit „eingehandelt“ hat. Schon sein Vorgänger Bernd Pfeiffer, der die Übernthaler Feuerwehrkasse zuvor über Jahre zuverlässig und korrekt geführt hatte, hatte Torsten nicht im Unklaren darüber gelassen, was auf ihn zu kommen werde. Schließlich geht es bei der Aufgabe des Kassierers schon lange nicht mehr nur um das Kassieren von Mitgliedsbeiträgen. Vorbei sind die „guten alten Zeiten“, in denen ein Kassierer hauptsächlich für die Mitgliederverwaltung und für das Bezahlen der anfallenden Rechnungen zuständig war. Heutzutage benötigt auch die Freiwillige Feuerwehr, eher einen Geschäftsführer, als einen Kassierer alter Prägung, meint Torsten nachdenklich. So erfordert auch die Kassenführung der Feuerwehr u. a. längst einen sicheren Umgang mit der elektronischen Datenverarbeitung bis hin zum Beherrschen des Onlinebankings. Wer wusste beispielsweise vor Jahren schon von PIN´s und TAN´s? Hinzu kommt, dass sich auch die Anforderungen des Steuerrechts und zahlreiche andere Bestimmungen ständig verändern und die Hürden höher werden. Das heißt für Torsten nichts anderes als ständig auf dem „Laufenden“ zu bleiben.
Vergleicht man das mit seinen sonstigen Aufgaben, z. B. im Rahmen der 75-Jahrfeier, so sind diese eher „eine Erholung“ für ihn. Geht es doch dabei „nur“ um die Bereitstellung und Vorbereitung der Kassen, um ausreichendes Wechselgeld, die Abrechung und Verbuchung der Einnahmen und Ausgaben oder um die Abwicklung des Rechnungsverkehrs. Kaum noch ins Gewicht fällt für ihn dabei, dass er als Kassenwart nicht nur die Kasse des Fördervereins führt, sondern auch selbst noch „Aktiver“ ist.
Dass die Übernthaler ihre Kasse Torsten anvertraut haben spricht für seine Zuverlässigkeit und das Vertrauen, das er geniest. Bestätigt wird dies Jahr für Jahr auch durch die Kassenprüfer der Feuerwehr, die ihm bisher stets eine korrekte und saubere Buchführung und Kassenverwaltung bestätigt haben. Das ist vielleicht das größte Lob, das man ihm machen kann.
Die Gerätewarte: Carsten Nöcker und Johannes Jung
Carsten und Johannes beim Überprüfen der AusrüstungAlles rund um die Technik gehört zu ihren Aufgaben: Sie sind die Gerätewarte der Freiwilligen Feuerwehr: Carsten Nöcker und Johannes Jung.
Carsten und Johannes sind seit Jahren aktive Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Übernthal und schon lange im Feuerwehrdienst tätig. Mit Blick auf Ihre Tätigkeit als Gerätewarte der Feuerwehr sind sie „Alte Hasen.“ Carsten übt dieses Amt nun schon 14 Jahre ohne Unterbrechung aus und bei Johannes schlagen auch schon 8 Jahre zu Buche. Zuletzt wurden sie von den Aktiven der Wehr bis 2012 in ihren Ämtern bestätigt.
Doch was macht eigentlich der Gerätewart in einer Feuerwehr?
Befragt nach ihren Aufgaben, merkt man schnell, dass ihr Arbeitsspektrum breit angelegt ist. Natürlich kann sich jeder vorstellen, dass es ihre Aufgabe ist, die Geräte der Feuerwehr instand zu halten. Doch wer macht sich schon Gedanken darüber, wieviel Zeit, welches technische Wissen und handwerkliche Fertigkeiten Carsten und Johannes dafür mitbringen müssen. Durch das Fortschreiten der Technik haben sich auch die Tätigkeiten im Bereich der Feuerwehr vervielfältigt, sind anspruchsvoller und komplexer geworden. Kein Wunder also, dass deswegen nicht jeder Aktive Gerätewart werden kann. Als Mindestvoraussetzung sollten neben den üblichen Feuerwehrausbildungen, und einem natürlichen Technikinteresse, ein Maschinistenlehrgang und möglichst weitere Qualifizierungen erfolgreich absolviert worden sein. So haben die beiden Übernthaler beispielsweise ein Fahrsicherheitstraining und Carsten eine Zusatzausbildung zum „Atemschutzgerätewart“ absolviert. Angesichts des vorhandenen Fuhrparkes sollte auch ein Führerschein der Klasse „C“ vorhanden sein. - Da nicht nur die Fahrzeuge und die Gerätschaften auf den Fahrzeugen nach bestimmten Regeln und Vorschriften zu unterhalten und zu warten sind, sondern dazu auch die regelmäßige Pflege und Wartung der Atemschutzgeräte gehört (sie sind wenigstens monatlich zu überprüfen), liegt es auf der Hand, dass die Beiden durch Ihre Tätigkeit eine hohe Verantwortung für die Einsatzfähigkeit der Wehr und darüber hinaus für Ihre Kameradinnen und Kameraden tragen. Für Carsten und Johannes heißt das neben sorgfältigem Arbeiten, dass sie sich ständig fortbilden müssen. Ohne auf dem Laufenden zu sein, da sind sich Johannes und Carsten einig, könnten sie den Anforderungen nicht entsprechen. „Das gehört zu unserer Aufgaben eben dazu, zumal die technischen Anforderungen sich immer verändern“, meint Carsten schlicht. Johannes ergänzt:“ Das macht die Sache aber auch interessant.“ Das die Beiden in Übernthal außerdem
- auch noch Fahrzeugführer sind,
- im Einsatzfalle Pumpen und Aggregate bedienen, sowie
- Hilfestelllungen bei der Entnahme von Geräten leisten,
erwähnen sie gar nicht besonders.
Dass die Gerätewarte einen tollen Job machen, bestätigt Wehrführer Hans-Georg Schäfer. Er lobt ihre Arbeit uneingeschränkt, wenn er sagt:“ Wir haben richtig gute Gerätewarte. Sie sind mit Leib und Seele bei der Sache.“
Bleibt zu hoffen, dass die Beiden noch lange der Feuerwehr die Treue halten und ihre Aufgabe auch über das Jahr 2012 hinaus, fortführen.
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